Fermentieren

Fermentieren – Gemüse veredeln nach alter Methode

Das energielose Konservieren von Obst und Gemüse ist eines der ältesten Verfahren, mit dem man Lebensmittel haltbar macht. 

Lassen wir ein Nahrungsmittel länger stehen, verändert es sich. Mikroben beginnen darin zu arbeiten. Beim Fermentieren steuert man diesen Prozess kontrolliert. Bakterien oder Pilze zerlegen die Lebensmittel in ihre Bestandteile als Nährstoffe. Dabei verändern diese den Geschmack zum Positiven und die Produkte werden reicher an wertvollen Inhaltsstoffen. Zudem werden sie so bekömmlicher.
Bekannte Fermente sind Sauerkraut, Sauerteig zum Brotbacken, gebeizter Lachs, Joghurt, aber auch Kaffee, Tee und Bier.

Auch heute schätzt man Selbstgemachtes und neu entdeckte Aromen wieder. Außerdem werden durch das Fermentieren einfache Zutaten in probiotische Kraftpakete, die die Darmflora (Gut Health - Darmgesundheit) unterstützen, verwandelt. Fermentieren ist zudem nachhaltig und ressourcenschonend, da diese Art der Vorratshaltung vollkommen ohne „Energie von außen“ (Erhitzen, Kühlen etc.) funktioniert.

Fermentieren – auf einen Blick

  • Prinzipiell kann man jedes Gemüse fermentieren, aber am besten ist frisches, saisonales Bio-Gemüse
  • Nicht-raffiniertes Meersalz verwenden - KEIN Jodsalz nutzen
  • Lebensmittel während des gesamten Prozesses der Fermentierung immer mit Flüssigkeit bedeckt halten
  • Für Sauerteig: Mehl & Wasser mischen, Glas locker abdecken und täglich “füttern”
  • Beim Fermentieren Gläser ohne Gummidichtung verwenden (Entlüftung) oder beim Fermentieren mit Gummidichtung (WeckBormioli Rocco FidoLe Parfait) bzw. mit Silikondeckel (Weck-Glas) Deckel mindestens alle zwei Tage zwecks Entlüftung kurz öffnen
  • Die Gläser während des Fermentationsprozesses dunkel lagern

Starter-Sets Fermentieren von Weck und Le Parfait

Das Starter-Set Fermentieren ist gedacht zum Entdecken und Ausprobieren dieser wieder entdeckten Methode, Lebensmittel schmackhaft und gesund zuzubereiten. Im Weck-Set erhalten Sie ein 1500-ml-Zylinderglas, einen Glasdeckel mit 100 mm Durchmesser, einen Gummiring und zwei Weck-Klammern zum Verschließen, einen Silikondeckel als alternativen Verschluss sowie einen Weck-Glasdeckel mit 60 mm Durchmesser zum Beschweren des Füllguts.

In den Le Parfait-Sets (Super Terrine 750 ml und Super Terrine 1000 ml) ist je ein gebrannter Tonstein zur Beschwerung des Füllguts beigelegt.

Alle Sets beinhalten zudem ein Heft mit wertvollen Tipps, Ideen und Rezepturen des international renommierten Sternekochs Heiko Antoniewcz.

Fermentieren - Gute und schlechte Organismen

BITTE BEACHTEN!

Wichtig ist, dass die beim Fermentieren eingesetzten Lebensmittel möglichst frisch und von bester Qualität sind. Für den Sauerteig am Besten frisch gemahlenes Mehl verwenden. Damit sich in fermentierten Lebensmitteln keine unliebsamen Bakterien breit machen, müssen die Gefäße vorher gründlich gereinigt werden (zehn Minuten in Wasser auskochen oder im Backofen sterilisieren).

  • Gut: Milchsäurebakterien, Essigsäurebakterien
  • Schlecht: Nonfermenter wie Pseudomonas, Burkholferia, Stenotrop-Homonas und Acinetobacter (Stäbchenbakterien, können Glukose fermentativ nicht abbauen > Infektionserreger)
  • Gefährlich: pathogene Keime und Mikroorganismen mit krankmachenden Eigenschaften bis hin zur Lebensmittelvergiftung

Fermentieren – Grundrezepte

Gemüse fermentieren

Geschnittene Lebensmittel zum Fermentieren in ein Gefäß (z.B. Weck-Glas, Fido- oder Le Parfait-Drahtbügelglas) schichten.
Salzlake herstellen: 20 g Meersalz pro einem Liter Wasser aufkochen, Lebensmittel komplett mit Lake bedecken. Das Füllgut wahlweise mit einem Fermentierstein oder Weck-Glasdeckel beschweren, sprich "unter Wasser" halten. Glas schließen. Deckel entweder ohne oder mit Gummiring, bzw. Silikondeckel verwenden. Gläser alle zwei Tage entlüften.
Drei bis vier Tage bei Raumtemperatur stehen lassen, damit die Milchsäuregärung in Gang kommt. Danach darf es auch kühler sein (bis 15°C).
Mindestens drei Wochen zum Fermentieren stehen lassen.

Sauerteig ansetzen

  • Start: 50 g Roggenmehl + 50 g Wasser ins Glas geben und verrühren; abgedeckt mit Stoff oder losem Deckel für 24 h stehen lassen.
  • Folgetage: Jeden Tag 50 g Roggenmehl + 50 g Wasser hinzufügen bis nach ungefähr 5–7 Tagen der Starter aktiv genug für das Backen ist (Blasenbildung, Volumenzunahme).
  • Zusätzlicher Tipp: Den Stand der Starter-Masse mit einem Gummiband markieren, um Wachstum sichtbar zu machen. 

Fermentieren von Sauerteig zum Brotbacken

Zubereitung:
Tag 1 - 4
In einem großen Glas 50 g Mehl (möglichst Vollkorn und möglichst frisch gemahlen, weil es am Besten arbeitet) mit 50 ml lauwarmem Wasser gut verrühren, bis ein klebriger Teig entstanden ist. Diesen Teig 24 Stunden an einem warmen Ort (über 24 °C unter 30 °C) ruhen lassen.

Tag 5
Es ist soweit! Ab jetzt ist der Teig ein echter Sauerteig und kann zu einem Brot verbacken werden. Es kann sein, dass der Sauerteig auch etwas länger braucht, also nicht verzagen wenn es erst am Tag 6 oder 7 soweit ist.

Wichtig: Vor der Weiterverwendung 100 g vom Teig abnehmen und in ein Schraubglas füllen, das im Kühlschrank aufbewahrt wird, als Starter für den neuen Sauerteig. Der Sauerteig hält sich 7 bis 14 Tage, bevor er wieder gefüttert werden muss. Das Glas nicht fest verschließen, da der Sauerteig Gase bildet. Für den nächsten Sauerteig mit dem Starter aus dem Kühlschrank wieder bei Tag 2 beginnen.

Brot backen 
Vorteig am Vorabend ansetzen
25 g aktiver Sauerteig-Starter (oft auch Anstellgut genannt) / 250 g Roggenvollkornmehl / 250 g lauwarmes Wasser
Zu einem Teig verkneten und ca. 10 Stunden zugedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis der Sauerteig wieder Bläschen bildet und sich fast verdoppelt hat.

Teig am Backtag zubereiten und verbacken
140 g lauwarmes Wasser / 250 g Roggenmehl Typ 1150 (oder besser Roggenvollkornmehl)
12 g feines Meersalz (wer mag, kann auch noch 4 g Brotgewürz ergänzen) / Teig vom Vorabend
Roggenmehl, Salz, lauwarmes Wasser (zunächst lieber nicht das gesamte Wasser ergänzen bevor es zu klebrig wird; ist es zu fest, noch Wasser hinzugeben) zusammen mit dem Teig vom Vortag gut verkneten. Den Teig in eine runde Form kneten, hierzu die äußeren Ränder nach innen klappen. Den Brotlaib weitere 2 Stunden in einem Gärkörbchen (oder Sieb + Leinentuch) ruhen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat. Backofen auf 230 °C vorheizen. Anschließend den Teig in das Gefäß der Wahl, z.B. Glas / Gusstopf / Bräter geben und bei 230 °C Ober-/Unterhitze zunächst mit Deckel für15 Minuten backen, dann die Backtemperatur auf 200 °C regulieren, den Deckel abnehmen und für 45 Min. zu Ende backen.
TIPP: Unten in den Ofen eine ofenfeste Form mit Wasser zum Verdampfen stellen! Vor dem Anschneiden das Brot gut auskühlen lassen.

Fermentieren - Rezepte

Das Fermentieren ist die wohl nachhaltigste Form der Konservierung von Lebensmitteln. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie saisonales Gemüse verwenden. Die folgenden Rezepte für das Fermentieren von Gemüse können Sie ganz leicht nachmachen.

Weitere Rezepte finden Sie immer mal wieder in unserer Rezeptrubrik, z.B. Joghurt, Porree als Salat, rote Bete …

Kohlrabi im Weck-Glas (1590 ml Stangenglas)

Zutaten:

  • 3 Kohlrabi mit Grün
  • 550 ml warmes Wasser
  • 27 g Zucker
  • 20 g Meersalz
  • 25 ml Reisessig

Zubereitung:

Den Kohlrabi schälen und in dünne Scheiben schneiden, blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Im Blanchierwasser Zucker und Salz auflösen und den Essig dazugeben. Die Kohlrabischeiben im Weck-Glas schichten und mit dem Blanchierwasser abdecken. Vier Tage bei Raumtemperatur stehen lassen, danach drei Wochen im Kühlschrank fermentieren lassen.

Pastinaken im Fido-Drahtbügelglas (1000 ml)

Zutaten:

  • 4-5 Pastinaken
  • 550 ml warmes Wasser
  • 105 ml Reisessig
  • 30 g Zucker
  • 22 g Meersalz
  • 4 Nelken

Zubereitung:

Die Pastinaken waschen, schälen und in feine Scheiben schneiden. Die restlichen Zutaten mischen, die Pastinakenscheiben ins Fido-Drahtbügelglas schichten und mit der Flüssigkeit bedecken. Drei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, danach noch eine Woche im Kühlschrank reifen lassen.